Meeresspiegel könnte innerhalb dieses Jahrhunderts bis zu 1,9 Meter ansteigen

Küstengebiete entlang der Nordsee. Rot gefärbt sind Landgebiete, die niedriger als zwei Meter über dem gegenwärtigen mittleren liegen (ohne Berücksichtigung von Küstenschutzmaßnahmen). © Brooks et al., 2006

Eine neue wissenschaftliche Studie warnt, dass der Meeresspiegel deutlich schneller ansteigen könnte als bislang erwartet. Laut einer heute in der US-Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ veröffentlichten Studie könnte der Pegel im Jahr 2100 75 bis 190 Zentimeter höher stehen als heute.

Die Autoren, Martin Vermeer von der Helsinki University of Technology in Finnland und Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) werteten Meeresspiegel- und Temperaturmessungen aus den vergangenen 130 Jahren aus. Die Daten belegen, dass die Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs maßgeblich von der globalen Mitteltemperatur beeinflusst wird. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die PIK-Pressestelle: Tel.: +49 (0)331 288 25 07 E-Mail: presse [at] pik-potsdam.

„Seit 1990 ist der Meeresspiegel jährlich um 3,4 Millimeter gestiegen, doppelt so schnell wie im Durchschnitt des 20. Jahrhunderts“, sagt Stefan Rahmstorf. Bliebe es bei dieser Rate, würde das im 21. Jahrhundert zu einem Anstieg um 34 Zentimeter führen. „Aber die Daten zeigen deutlich: Je wärmer es wird, umso schneller steigt der Pegel. Wenn wir einen galoppierenden Anstieg des Meeresspiegels verhindern wollen, sollten wir die Erderwärmung so schnell wie möglich stoppen“, so Rahmstorf weiter.

Der Zusammenhang zwischen der Rate des Meeresspiegelanstiegs und der globalen Mitteltemperatur wurde zuerst im Jahr 2007 von Rahmstorf in einem Artikel im Wissenschaftsmagazin „Science“ beschrieben. Die neue Studie baut darauf auf. Die frühere Gleichung wurde erweitert, um die kurzfristigen Reaktionen des Meeresspiegels zu erfassen. Auf diese Weise wird der physikalische Zusammenhang besser und mit weit größerer Präzision abgebildet. Zudem haben Vermeer und Rahmstorf die neuesten Datensätze wie Satellitenmessungen bis zum Jahr 2008 einbezogen und die künstliche Wasserspeicherung in Stauseen berücksichtigt, durch die der Pegel global etwa drei Zentimeter tiefer liegt.

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[DE] 07. Dezember 2009 – Technische Universität Helsinki / Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK)
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