Österreicher wollen Windkraftausbau

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1 Windrad Strom für 1000 Haushalte (c) GLOBAL 2000/ IG Windkraft

89 % wünschen weitere Windkraftwerke, Zwei Drittel sind für Ausbau der Ökostrom-Förderung – Aktion: GLOBAL 2000 und Greenpeace fordern Offensive für Erneuerbare Energien

Wien.

(7.10.2006). Eine überwältigende Mehrheit der Österreicher will einen weiteren Ausbau von Ökostromanlagen. Dies ist das Ergebnis einer brandaktuellen ISMA-Umfrage im Auftrag der IG Windkraft. Mit 89 % Zustimmung findet sich die Windkraft auf Platz zwei nach der Sonnenkraft (93 %). Wie die Umfrage zeigt, sind die Österreicher zudem in einem hohen Ausmaß bereit, Geld in die Ökostromförderung zu investieren.

Auch nachdem die erste Ausbauphase der Windkraft in Österreich nun abgeschlossen ist und 607 Windräder am Netz sind, ist die Akzeptanz nach wie vor ungebrochen groß. Während die Windkraft derzeit bei einem Anteil von 3,5 % am Strombedarf liegt, wollen überwältigende 90 % einen Ausbau auf 5 % oder mehr des Strombedarfes. Einem Ausbau der Windenergie auf 10 % stimmen sensationelle 80 % zu und die Hälfte der Befragten will die Windenergie sogar auf 15 % des Strombedarfes ausgebaut sehen, was einen Ausbau auf 1500 Anlagen bedeuten würde.

In Zusammenhang mit der Präsentation dieser Umfrage führten die Umweltorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace eine Abseil-Aktion durch, bei der ein Riesentransparent auf einer Windkraftanlage montiert wurde. Silva Herrmann, Energieexpertin von GLOBAL 2000, dazu: „Ein einziges Windrad erzeugt Strom für mehr als 1.000 Haushalte, und das ohne den Ausstoß von Treibhausgasen. Die unerschöpflichen Energiequellen wie Sonne und Wind sind praxiserprobt und stehen zur Verfügung. Jetzt müssen nur noch die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass ihrer breiten Markteinführung nichts mehr im Wege steht. Daher fordern wir die neue Bundesregierung auf, das Ökostromgesetz so schnell als möglich zu reparieren und wieder zu einem effektiven Instrument für den Ausbau erneuerbare Energien zu machen!“

Im Vorfeld des österreichischen „Tages des Windes“, der mit zahlreichen Aktionen am 7. und 8. Oktober 2006 begangen wird, hat die IG Windkraft eine Meinungsumfrage beim Institut ISMA in Auftrag gegeben. Die Umfrage kommt zu interessanten Ergebnissen, was die Wünsche der Bevölkerung zur Zukunft der Stromerzeugung in Österreich betrifft. Eine überwältigende Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher fordert den weiteren Ökostromausbau, auch wenn er mit Mehrkosten verbunden ist.

Auf die Frage, welche Kraftwerke in Zukunft gebaut bzw. nicht gebaut werden sollen, sprachen sich 93 % für Sonnenkraftwerke, 89 % für Windräder, 88 % für Biomasseanlagen sowie 80 % für Kleinwasserkraftwerke aus, fossile Kraftwerke werden dagegen von 73 % abgelehnt, Atomkraftwerke sogar von 97 %. Die bestehende Unterstützung für Ökostrom soll nach dem Wunsch von 69 % weiter ausgebaut werden. Die Befragten sind auch bereit, Mehrkosten für die Ökostromförderung auf sich zu nehmen. 60 % der Befragten sind sogar bereit, 5 € oder mehr im Monat zu bezahlen, was etwa eine Verdoppelung der derzeitigen Förderung ausmachen würde.

Speziell in Hinblick auf die Windkraft ist Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft, erfreut: „Obwohl in den vergangenen Jahren in Österreich insgesamt 600 Anlagen errichtet worden sind, wünschen nach wie vor sensationelle 89 % einen weiteren Ausbau der Windkraft. Das ist genau der gleiche Wert wie Anfang 2001, als es erst etwas über 100 Anlagen gab. Auch in Niederösterreich und Burgenland, wo 90% der Windräder errichtet worden sind, liegt der Wert bei 86% und ist damit innerhalb der Schwankungsbreite des Gesamtergebnisses. 80% der Befragten möchte sogar einen Ausbau der Windkraft auf einen Anteil von jetzt 3,5% auf 10% am Strombedarf, wofür insgesamt rund 1.000 Windkraftanlagen erforderlich wären.“

Erst im Mai 2005 wurden durch die Novelle zum Ökostromgesetz die Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien eklatant verschlechtert und der zukünftige Ausbau an Ökostromanlagen um 80 % eingeschränkt. Hantsch dazu:„Es zeigt sich immer wieder: In ihrer Einstellung und aktiven Unterstützung von erneuerbaren Energien ist die österreichische Bevölkerung schon viel weiter als die Politiker. Die letzten Entscheidungen rund um das Ökostromgesetz wurden eindeutig gegen den Willen einer breiten Mehrheit in Österreich durchgesetzt.“ Die IG Windkraft fordert daher bessere Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windenergie in Österreich und eine rasche Reparatur des Ökostromgesetzes.

07.10.2006, Interessengemeinschaft Windkraft Österreich und GLOBAL 2000
www.igwindkraft.at
GLOBAL 2000

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