Overshoot Day: Am 2. August haben wir 1,7 Erden verbraucht

Der diesjährige Earth Overshoot Day fällt auf den 2. August, das frühste Datum seit der globale Overshoot in den 1970er Jahren begann.

#MoveTheDate zeigt einen neuen Rechner zur Bestimmung unseres persönlichen Overshoot Day und Lösungen, mit denen wir das Datum verschieben können

(OAKLAND, CA, USA) — 28. Juni 2017 — Am 2. August wird die Menschheit das Budget der Natur für dieses Jahr aufgebraucht haben. Dies berechnet Global Footprint Network, eine Forschungsorganisation, welche dieses Datum mit ihrer Ressourcenbuchhaltung, dem Ökologischen Fussabdruck, berechnet hat. Die Methode dient dazu, unsere Ressourcenabhängigkeit zu messen und zu managen. Dies wird im Kontext des Klimawandels und der wachsenden Ressourcennachfrage immer wichtiger.

Der „Earth Overshoot Day“ markiert den Tag, ab dem wir aus ökologischer Sicht über unseren Verhältnissen leben. Das bedeutet, dass die Menschheit vom 1. Januar bis zum 2. August so viel von der Natur verbraucht hat, wie die Erde im ganzen Jahr erneuern kann. Mit anderen Worten, nutzen wir Menschen die Natur 1,7-mal schneller als Ökosysteme sich regenerieren können. Das bedeutet wir brauchen mittlerweile 1,7 Erden.

Der Mehrverbrauch (oder Overshoot) ist möglich, weil wir mehr CO2 in die Atmosphäre ausstossen können als unsere Ozeane und Wälder absorbieren, weil wir schneller fischen können, als sich die Fischbestände erholen, und wir Bäume schneller fällen können, als sie nachwachsen.

Der CO2 Ausstoss ist der am schnellsten wachsende Anteil des Ökologischen Fussabdrucks oder Footprints. Der Carbon Footprint macht heute 60% des ganzen Footprints der Menschheit aus. Um das 2°C Ziel des Pariser Klimaabkommens vom Dezember 2015 zu erreichen, sollte der CO2 Ausstoss von Fossilenergie weltweit vor 2050 auf null sinken.

Lasst uns das Datum verschieben (#MoveTheDate)

Wir können den Trend umkehren. Wenn wir jedes Jahr den Earth Overshoot Day um 4,5 Tage in die Zukunft schieben, würden wir bis 2050 wieder innerhalb der Kapazität unserer Erde leben.

«Unser Planet ist endlich, aber unsere Möglichkeiten sind es nicht. Innerhalb des Ressourcenbudgets unseres Planeten zu leben ist nicht nur technologisch machbar, sondern auch finanziell von Vorteil. Es ist unsere einzige Chance für eine blühende Zukunft», sagte Dr. Mathis Wackernagel, CEO von Global Footprint Network und Entwickler des Ökologischen Fussabdrucks. «Letztlich geht es in der Nachhaltigkeit um das Zurückschieben des Earth Overshoot Datums».

Am Earth Overshoot Day 2017 deutet Global Footprint Network auf existierende Lösungsmöglichkeiten hin, und schätzt ab, um wie viele Tage jede Aktion das Datum des Earth Overshoot Days verschieben könnte. Würden wir zum Beispiel Nahrungsmittelabfälle weltweit halbieren, wäre das Datum um 11 Tage in die Zukunft verschoben. Unseren CO2 Ausstoss zu halbieren gäbe uns 89 Tage.

Einzelaktionen

Zusammen mit fast 30 Partnern aus der ganzen Welt, laden wir all zum Mitmachen ein. #Movethedate zeigt was möglich ist, und zeigt, wie wir alle dazu beitragen können.  Es soll informativ und auch unterhaltend sein, wie zum Beispiel unser Fotowettbewerb zu unseren beliebtesten Lösungen.

Auch lancieren wir am Earth Overshoot Day unseren neuen Footprint-Rechner (www.footprintcalculator.org), der nun auch auf Mobiltelefonen funktionieren wird. Damit können alle auch ihren persönlichen Earth Overshoot Day berechnen. Der aktuelle Rechner wird von mehr als 2 Millionen Menschen pro Jahr genutzt.

Systemische Lösungen

Die grössten Möglichkeiten sind systemischer Natur. Das macht Global Footprint Networks offene Datenplattform deutlich (data.footprintnetwork.org: die Trends von Ländern). Overshoot lässt sich umkehren, wie zum Beispiel Project Drawdown oder die McKinsey & Company vorrechnen. Global Footprint Network zeigt, um wie viele Tage sich der Earth Overshoot Day verschieben würde, wenn diese Lösungen umgesetzt würden.

«Der carbon Footprint der Menschheit hat sich seit den frühen 1970er Jahren mehr als verdoppelt und treibt die Kluft zwischen dem Ökologischen Fußabdruck und der Biokapazität des Planeten», sagte Wackernagel. «Aber, wie immer mehr Studien zeigen: wir können den carbon Footprint eliminieren – gar mit wirtschaftlichen Vorteilen».

Ermutigende Zeichen

Die neuesten Daten von Global Footprint Network zeigen, dass es möglich ist, in die richtige Richtung zu gehen. Zum Beispiel fiel der Ökologischer Fußabdruck in den USA pro Kopf um knapp 20% von 2005 (seinem Höchststand) bis 2013 (die letzten verfügbaren Daten). Diese signifikante Verschiebung, die eine Rezession beinhaltet, ist vor allem mit abnehmenden CO2-Emissionen verbunden. Doch gleichzeitig wuchs das BIP in den USA pro Kopf um etwa 20%. Das zeigt, dass damit Entkopplung stattgefunden hat: Wirtschaftsexpansion mit reduziertem Ressourcenverbrauch.

Trotz dem Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen haben viele US-Städte, Staaten und Großunternehmen ihre Klimaanstrengungen beschleunigt. China, das Land mit dem größten nationalen Ökologischen Fußabdruck, engagiert sich für den Aufbau einer ökologischen Zivilisation, die auch schon in ihrem jüngsten Fünfjahresplan deutlich verankert ist. Schottland, Costa Rica und Nicaragua sind weitere Beispiele von Nationen, die der Fossilenergie den Rücken kehren.

[US] 26. July 2017 – Earth Overshoot Day / Global Footprint
www.overshootday.org

 

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