UNEP muss Ausmaß der Umweltschäden im Libanon und Israel erheben

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© Friends of the Earth Edde Beach, north of Beirut

Großangelegte Hilfsaktion der EU muss so schnell wie möglich anrollen – Enge Zusammenarbeit mit NGOs gefordert

Beirut/Brüssel/Wien (17. August 2006). Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 und ihr Netzwerk Friends of the Earth appellieren heute an die UNEP (United Nations Environmental Programme), ein Team seiner „Post-Conflict Branch“ nach Libanon und Israel zu entsenden.

Ziel des Einsatzes soll eine unabhängige und unparteiische Erhebung der ökologischen Schäden durch den derzeitigen Krieg zwischen der libanesischen Hizbullah-Gruppe und Israel sein. Anlass: Heute findet im griechischen Piräus ein Treffen zwischen hochrangigen UNEP-Vertretern, der EU und der International Maritime Organisation (IMO) mit Vertretern von Zypern, Griechenland, Libanon, Syrien und der Türkei statt. Dabei wird diskutiert, wie mit der durch den Krieg ausgelösten Ölkatastrophe im östlichen Mittelmeer umgegangen werden soll.

Gidon Bromberg, Israelischer Direktor von Friends of the Earth Middle East: „Die Post-Conflict Branch der UNEP muss so schnell wie möglich ein Team nach Israel und in den Libanon schicken. Wir benötigen dringend eine wissenschaftliche und unparteiische Untersuchung der durch den Krieg ausgelösten Umweltschäden. Das Ziel einer solchen Untersuchung ist es, politische Interessen aus der Eindämmung der Umweltkatastrophe heraus zu halten“, so Bromberg.

Gleichzeitig fordern GLOBAL 2000 und Friends of the Earth die EU und die internationale Staatengemeinschaft auf, lokale NGOs zu unterstützen, die mit der Säuberung der ölverseuchten Strände beginnen wollen. Mindestens 15.000 Tonnen Schweröl gelangten nach einem israelischen Angriff auf das Jieh Kraftwerk im Süden Beiruts ins Meer. Ein großer Teil der libanesischen Küste und viele Strände in Syrien wurden dadurch verseucht. Auch Zypern und die Türkei könnten von der Ölpest betroffen sein, wenn Wind und Strömungen ungünstig sind.

Fouad Hamdan, Direktor von Friends of the Earth: „Lokale Umweltgruppen warten darauf, Hunderte von freiwilligen Helfern auf die Strände zu schicken, um mit den Aufräumarbeiten zu beginnen. Dafür mangelt es jedoch an den einfachsten Dingen wie Gummistiefeln, Schaufeln und Eimern. Hier ist die EU gefordert unbürokratische und schnelle Hilfe zu leisten, damit die Aufräumarbeiten endlich beginnen können. Je länger wir warten, desto verheerender werden die Schäden entlang der libanesischen und syrischen Küsten sein.“ Zusätzlich zur Ölkatastrophe haben die Bombardements der Hizbullah und Israels zu Hunderten von Feuern geführt, die große Waldflächen in beiden Ländern zerstört haben. In Israel sind mehr als eine halbe Million Bäume in rund 500 Feuern verbrannt. Die Planung einer nachhaltigen Wiederaufforstung in Israel und Libanon muss ebenfalls jetzt beginnen.

Pressemeldung: GLOBAL 2000, Friends of the Earth / 17.08.2006
GLOBAL 2000, Friends of the Earth Europe

 

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