Insektengift gefährdet Vögel

Grosser Forschungsbedarf in der Schweiz

Eine Studie aus Holland macht das Insektizid Imidacloprid für den Rückgang von Vögeln verantwortlich. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach geht davon aus, dass dieses zu den Neonicotinoiden gehörende Insektengift auch in der Schweiz Vögel gefährdet. Belegen kann sie das nicht, weil nicht bekannt wird, wo in der Schweiz wieviele Neonicotinoide eingesetzt werden.

Als spezialisierte Insektenfresserin ist die Rauchschwalbe besonders vom Einsatz von Imidacloprid betroffen, wie die holländische Studie zeigt. (Foto: © Ruedi Aeschlimann)

Sempach. – Jedes Jahr 3,5% weniger Vögel: Diesen Rückgang belegten holländische Forscher in Landschaften, wo viel Imidacloprid eingesetzt wird. Das gegen Schadinsekten verwendete Nervengift tötet auch Insekten, die keinen Schaden verursachen. Darunter wiederum leiden Vögel, die sich von Insekten ernähren, denn sie finden nicht mehr genügend Futter für sich und ihre Jungen. In der Folge gehen Bestände zurück.

Für ihre Analyse konnten die holländischen Forschenden auf Messungen von Imidacloprid im Oberflächenwasser von Gewässern und auf umfangreiche Vogelerhebungen zurückgreifen. Auch die Schweizerische Vogelwarte verfügt dank ihren über tausend freiwilligen Mitarbeitenden über einen hervorragenden Überblick über die Entwicklung der Schweizer Vogelbestände.

Leider sind in der Schweiz keine Angaben über den Einsatz und allfällige Rückstände der bedrohlichen Nervengifte verfügbar, die es ermöglichen würden, den Einfluss von Neonicotinoiden auf Vögel mit Zahlen zu belegen.

Die Schweizerische Vogelwarte fordert daher eine schweizweite Überwachung des Einsatzes von Neonicotinoiden und eine Analyse ihrer Rückstände im Boden und in Gewässern. Nur so kann abgeschätzt werden, wie sich deren Einsatz auf Vogelbestände und andere Tiere auswirkt.

[CH] 22. Juli 2014 – Schweizerische Vogelwarte Sempach
www.vogelwarte.ch

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