Erster internationaler Faltertag

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Das Tagpfauenauge gehört wohl zu den bekanntesten Schmetterlingen und ist zum Glück noch nicht gefährdet. Foto: www.pixelquelle.de

Gemeinsame „Volkszählung der Schmetterlinge“ in der Schweiz, Holland, Italien und Deutschland

Berlin, Basel, Amsterdam, Rom 15.06.2006: Ein Sommer ohne Schmetterlinge? Undenkbar! Doch rund 80 Prozent der heimischen Arten sind bedroht. Der erste internationale Faltertag am 1. und 2. Juli 06 setzt Zeichen.
Die ganze Welt dreht sich in diesen Tagen um Fußball. Fast die ganze Welt. Naturschützer aus den vier WM-Teilnehmerländern Schweiz, Holland, Italien und Deutschland weisen darauf hin, dass zu einem schönen Sommertag mehr gehören kann, als die Freude am Sport. Schmetterlinge zum Beispiel. Und diese sind weltweit zunehmend vom Aussterben bedroht.Der erste internationale Faltertag am 1. und 2. Juli will auf diese Entwicklung aufmerksam machen. Mit einer länderübergreifenden „Volkszählung der Schmetterlinge“ und vielen Aktionen rund um die „Edelsteine der Lüfte“. In Deutschland wird das Aktionswochenende vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) organisiert. Mitmachen kann jeder und jede Interessierte. Besondere Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Zählung dauert weniger als 15 Minuten, ist im eigenen Garten oder beim Spaziergang durch den Wald oder die freie Natur sowie im Park um die Ecke möglich. Die zu zählenden Arten sind leicht erkennbar und überall in Deutschland anzutreffen. In vielen Orten bietet der BUND zudem spezielle Schmetterlingswanderungen an. Die Ergebnisse der Beobachtungen fließen über den Wissenschaftsdienstleister Science4You in internationale Untersuchungen über die Verbreitung von Schmetterlingen ein.

Unter allen Rücksendern der Fragebögen werden eine Studiosus-Reise für zwei Personen nach Italien, ein Fernglas sowie Naturführer aus dem Ulmer Verlag im Gesamtwert von €4.000 verlost.

Für den internationalen Faltertag tun sich die vier Verbände pro Natura (Schweiz), Vlinderstichting (Niederlande), Amici della Terra (Italien) und der BUND mit insgesamt mehr als einer halben Million Mitgliedern zusammen.

Das Tagpfauenauge gehört wohl zu den bekanntesten Schmetterlingen und ist zum Glück noch nicht gefährdet. Foto: www.pixelquelle.de
Für Angelika Zahrnt, Vorsitzende des BUND, geht die Bedeutung des Faltertages über den Schutz der Schmetterlinge hinaus: „Der erste internationale Faltertag ist, wie wir hoffen, der Beginn einer europaweiten Allianz gegen den Artenverlust. Heute werden viele Entscheidungen, die unsere Natur und unsere Lebensqualität bestimmen, auf EU-Ebene getroffen. Natur- und Umweltschützer müssen daher international noch enger zusammen arbeiten, um ihren Zielen mehr Nachdruck zu verleihen“.

Auch Theo Verstrael, Direktor der holländischen Vlinderstichting, freut sich über den Vier-Nationen-Verbund: „Die gleichzeitige Beobachtung von Schmetterlingen in mehreren Ländern ist ein weiterer Schritt in Richtung internationaler Wertschätzung der Natur“. Die Vlinderstichting beschäftigt sich schon seit 20 Jahren mit der Zählung von Schmetterlingen in unserem Nachbarland.

Dr. Enzo Moretto, Schmetterlingsexperte von Amici della Terra (Freunde der Erde): „Vor allem auf die Beobachtungen von Distelfalter und Admiral sind wir sehr neugierig. Beide Arten sind Wanderfalter und fliegen jedes Jahr ab Mai von Italien aus über die Alpen unter anderem durch die Schweiz nach Deutschland und Holland und im Spätsommer zum Teil wieder zurück. Seit einigen Jahren wird nun beobachtet, dass beim Admiral viele Tiere in Deutschland überwintern. Hier erhoffen wir uns neue Informationen über das Flugverhalten dieser faszinierenden Insekten.“

„Dank dem ersten internationalen Faltertag überschreitet unsere mehrjährige Kampagne zum Wohle der Schmetterlinge die engen Landesgrenzen und bekommt eine internationale Dimension,“ freut sich Sava Buncic, Leiterin der Kampagne ‚Mehr Platz für Schmetterlinge‘ bei der Schweizer Naturschutzorganisation Pro Natura.

In Deutschland stehen rund 80 Prozent der Tagfalter auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten, in den anderen Ländern sind die Zahlen ähnlich. Die Gründe sind vielfältig: zum Beispiel der Klimawandel, der Einsatz von Giften in Landwirtschaft und der Verlust von besonderen und vielseitigen Lebensräumen.

Schmetterlinge reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen Ihrer Umgebung. Der BUND will mit seinen Aktionen auch darauf hinweisen, dass jeder einzelne etwas gegen den drohenden Artenverlust tun kann. Zum Beispiel mit den richtigen Pflanzen und dem Verzicht auf Gifte im Garten. Tipps dazu stellt der BUND auf www.abenteuer-faltertage.de und in einer kostenlosen Broschüre bereit.

Weitere Informationen und Fragebogen für die Zählung können beim BUND (Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin, Telefon 030/275 86 422) oder im Internet unter www.abenteuer-faltertage.de bestellt werden, auch eine online Eingabe der Beobachtungen ist möglich.

BUND / 16.06.2006
ww.bund.net

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