Disput um Elefanten, Haie & Co.

© PRO WILDLIFE

Artenschutzkonferenz diskutiert Schutzstatus für dutzende Arten – PRO WILDLIFE legt Empfehlungen vor

München, den 4. April 2007: Im Vorfeld der Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, 3.-15. Juni 2007 in Den Haag, Niederlande) hat PRO WILDLIFE seine Empfehlungen für Anträge zum künftigen Schutzstatus von insgesamt 65 Tier- und Pflanzenarten vorgelegt. „Elefanten, Haie und Tropenhölzer sind die Topthemen der kommenden Artenschutzkonferenz“ so PRO WILDLIFE-Expertin Daniela Freyer, „aber auch weniger bekannte Arten wie der Plumplori oder der Banggai-Kardinalbarsch brauchen dringend internationalen Schutz.“ Die PRO WILDLIFE-Empfehlungen sowie zahlreiche Hintergrundinformationen zur WA-Konferenz sind ab sofort als pdf-Download erhältlich.

Mehr als 350 Millionen Wildtiere und -pflanzen werden jedes Jahr international gehandelt, kommerzieller Fischfang und Holzwirtschaft nicht mit eingerechnet. Das WA schützt bisher weltweit etwa 5.000 Tiere und 28.000 Pflanzen vor einer Übernutzung für den inter-nationalen Handel. Je nach Schutzstatus ist der internationale Handel eingeschränkt oder ganz verboten. Auf der WA-Konferenz Anfang Juni entscheiden die 169 Mitgliedsstaaten über die Aufnahme neuer Arten sowie den Ausbau bzw. die Lockerung bestehender Schutzbestimmungen. Dominierende Themen der WA-Konferenz sind:

Afrikanischer Elefant: Ein Antrag Kenias und Malis fordert eine Wiederherstellung des absoluten Handelsverbotes für Elfenbein, um eine weitere Eskalation von Wilderei und Schmuggel zu verhindern. Namibia und Botswana fordern dagegen die Freigabe des Handels mit Elfenbein, Elefantenhaut sowie mit lebenden Tieren.

Haie: Deutschland will erstmals weltweite Handelskontrollen (= WA Anhang II) für die beliebten Speisefische Dorn- und Heringshai durchsetzen. Sie werden an europäischen Fischtheken in Massen z.B. als „Schillerlocken“ oder „Haisteak“ angeboten. Die Bestände sind inzwischen durch Überfischung ernsthaft bedroht.

Tropenhölzer: Vier Anträge liegen vor, die Handelsbeschränkungen für insgesamt 11 Tropenholzarten aus Mittel- und Südamerika fordern: Brasilholz (oder Pernambuco, nationaler Baum Brasiliens), Cocobolo (2 Arten), Honduras-Palisander und Cedro (7 Arten).

Zur Diskussion stehen auch weitere kommerziell genutzte Fischarten: Im Namen der EU will Deutschland auch den Europäischen Aal schützen. Die USA fordern Handelskontrollen für den zu Hunderttausenden für die Aquaristik gefangenen Banggai-Kardinalbarsch und ein absolutes Handelsverbot (=WA Anhang I) für die vom Aussterben bedrohten Sägefische.

Eine weitere Tiergruppe, für die ein absolutes Handelsverbot beantragt ist, sind die Plumploris. „Die kleinen nachtaktiven Affen aus Südostasien werden zu Tausenden gefangen – für den asiatischen Heimtiermarkt, als vermeintliches medizinisches Heilmittel oder zur Bereicherung des Speiseplans. Viele Bestände sind bereits zusammengebrochen“ so die PRO WILDLIFE Sprecherin.

Die Empfehlungen von PRO WILDLIFE zu insgesamt 24 Anträgen (darunter auch Leoparden, Rotluchs, nordafrikanische Gazellen, Langusten und Edelkorallen) für die kommende WA-Konferenz sind ab sofort als pdf-Download erhältlich.

 

[DE] 04. April 2007 – PRO WILDLIFE
www.pro-wildlife.de

Share

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.