Lyme-Borreliose:
Die Lyme-Borreliose hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Für die Betroffenen beginnt mit der Infektion meist auch eine Odyssee. Häufig wird das schwer einzuschätzende Beschwerdebild der Zecken-Borreliose oder anderer Zeckenerkrankungen nicht erkannt bzw. anderen Erkrankungen zugeordnet. Betroffene erhalten je nach Arzt unterschiedliche Diagnosen: Von Rheuma, Fibromyalgie, MS, bis psychiatrischen Diagnosenstellungen. Dabei sollten Blutuntersuchungen, auch zur Borrelienantikörperbestimmung eine Selbstverständlichkeit sein. Denn es handelt sich bei der Borreliose nicht, wie gelegentlich zu hören ist, um eine "Modekrankheit". Im Gegensatz zu den USA herrscht in Deutschland bei der Diagnose und der Behandlung dieser Krankheit ein großes Informationsdefizit. Aufklärung scheint nur schleppend voranzugehen.
Bei den Erregern (Borrelien) handelt es sich um Bakterien, Spirochäten (Schraubenbakterien), die mit dem Syphilis-Erreger verwandt sind. Sie befallen Nerven und Organe. Die Lyme-Borreliose ist ein häufiger Verursacher für Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden, Fieber, Halsschmerzen Hautausschlägen und Magen- und Darmstörungen. Bei einer chronischen Borreliose (Spätstadium) treten Beschwerden schubweise auf: Lähmungen, Nervenblockaden, MS-ähnliche Symptome, starke Müdigkeit, schwitzen, Beschwerden im Bereich der Rückenmuskulatur und der Bandscheiben ...
Besteht der Verdacht einer Infektion, sollte eine Blutuntersuchung bei einem borrelioseerfahrenen Arzt durchgeführt werden. Ein eindeutiger Hinweis für einen Zeckenbiss ist eine runde Hautrötung (Wanderröte), die nach Tagen oder erst nach Wochen verschwinden kann.
Eine Infektion mit Borreliose macht nicht Immun. Es kann wiederholt zu Infektionen kommen. Eine Infektionsgefahr besteht auch in der Schwangerschaft. Auch die Übertragung auf das ungeborene Kind ist nicht auszuschließen.
Besonders gefährdete Berufsgruppen sind Förster, Jäger, Landwirte, Wald- und Forstarbeiter und viele weitere Berufe bei den in Grünanlagen und im Freien gearbeitet wird. Borreliose und andere Zeckenerkrankungen sind als Berufskrankheit anerkannt u.a. in Niedersachsen, Hessen, Brandenburg, Thüringen ...
Bei der Entfernung einer Zecke sollten keine Kältesprays, Öle oder Klebstoffe verwenden werden. Keine Drehbewegungen an der Zecke ausführen. Im Todeskampf gib diese vermehrt ihre Krankheitserreger ab. Es sollten spezielle Zeckenzangen benutzt werden und auch bei erfolgreicher Entfernung sollte ein Arzt die Bissstelle untersuchen! Töten Sie die Zecke nicht! Zecken können von Speziallaboratorien untersucht werden, so dass festgestellt werden kann, ob genau diese Zecke infektiös war, oder nicht.
Blutuntersuchung:
Eine Blutuntersuchung sollte ca. erst nach 8 Wochen nach dem Zeckenbiss vorgenommen werden, da sich die Borrelien nicht früher im Blut nachweisen lassen. Einen standardisiertes Testverfahren gibt es zur Zeit nicht. Die Blutuntersuchungen sollten immer in einem und demselben Labor vorgenommen werden, da es sonst zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen könnte. Bei einer chronischen Erkrankung sollten Blutuntersuchungen wiederholt werden.
Therapie:
Eine Therapie richtet sich immer nach dem Verlauf der Krankheit. Es besteht keine einheitliche Therapie. Im Allgemeinen wird nach einem Zeckenbiss eine Antibiotikum verabreicht. Bei chronischen Verläufen sind meistens mehrere Behandlungen über längere Zeiträume notwendig. Ebenso werden in späteren Stadien der Krankheit Infusionsbehandlungen über einen längeren Zeitraum durchgeführt. Auch wenn Beschwerden nachlassen sollten, darf die Therapie auf keinen Fall unterbrochen oder beendet werden. Eine zu früh beendete Therapie kann bewirken, dass der Erreger immer schwerer therapiert werden kann bzw. sich Resistenzen bilden können. Während einer Therapie kann sich das Beschwerdebild deutlich verschlechtern. Eine Besserung kann sich erst nach Wochen oder nach dem Therapieende einstellen.
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Krankheitsstadien:
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Krankheitsstufe I (Frühstadium):
Etwa 8 Wochen nach dem Zeckenbiss. Grippeähnliches Krankheitsbild, aber ohne Schnupfen und Husten bis zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
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Krankheitsstufe II (Spätstadium):
Etwa 8 Wochen bis 1 Jahr. Bakterien breiten sich in den Organen aus. Starke Muskel- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Schwindel und Erschöpfung
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Krankheitsstufe III (chronisch):
Etwa 1 bis zu mehreren Jahren. Beschwerden ähnlich Bandscheibenvorfall, Lähmungen im Gesichtsbereich, Sprach und Wortfindungsstörungen, Blasenstörungen, Herzprobleme ...
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Die Zecke:
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Von den Nymphen (Jungtieren) geht die höchste Infektionsgefährdung aus
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Ca. jede zweite Zecke ist mit dem Krankheitserreger infiziert
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die Krankheitserreger befinden sich hauptsächlich im Darm der Zecke
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Die Zecke sucht nach warmen Körperstellen. Dieses Suchen kann Stunden dauern. Bevorzugte Körperstellen: Kopf, Nacken, Unterarme, Unterschenkel, Kniekehlen, Haaransatz, hinter den Ohren, Achselhöhlen, Bauchnabel, Schenkelfalten, Genitalbereich
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Zecken fallen nicht von Bäumen. Sie sitzen z.B. in Büschen, Gräsern und im Unterholz in einer Höhe von ca. 60 bis 100 cm, oder können auch von Haustieren in die Wohnräume hereingetragen werden.
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Diese Kleindung hilft von Zeckenbefall: eng anliegend, helle Farben (erleichtertet das Auffinden von Zecken), Strümpfe über die Hosenbeine ziehen
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Die Wirkung von sog. Zeckenschutzmitteln ist fragwürdig
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Eine Impfung gegen Zecken-Borreliose ist nicht möglich
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Zecken aus bestimmten Gebieten oder Ländern sind nicht weniger gefährlich als aus Anderen
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Als zeckengefährdete Hauptzeit des Jahres gilt die Zeit von März bis Ende Oktober. Milde Winter können diesen Zeitraum ausdehnen. Bei einer Temperatur von weniger als +3° erstarrt eine Zecke. Temperaturen ab -12° sind für eine Zecke tödlich
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Es ist bekannt, das Zecken bis zu einer Höhe von 2000 m vorkommen
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In einer Wohnung kann eine Zecke bis zu 5 Tage überleben
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Befindet sich eine Zecke in einem Kleidungsstück, sollte diese getümmelt werden
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die Zecke gehört zu der Gattung der Spinnentiere
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die Zecke ist taub und blind, reagiert nur auf Atemluft und Temperatur
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ihre Größe (nicht vollgesogen) beträgt ca. 2 - 3,5 mm
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ihre Lebenserwartung beträgt ca. 4 Jahre
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sie wird auch als Holzbock bezeichnet
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FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis):
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Viruserkrankung, die die Hirnhäute, Gehirn und das Nervensystem befallen kann
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Eine Impfung kann vor FSME schützen
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Eine Übertragung kann durch Rohmilch und Rohmilchprodukte erfolgen
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Risikogebiete sind Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen
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Risikogebiete im Ausland: Schweiz, Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Weißrussland, Polen, die Südküste Schwedens, Südnorwegen, Südfinnland, Bornholm, Nord-Japan
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Symptome der Infektion treten innerhalb von 3 Wochen auf: Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen. Bei Ausbreitung des Virus auf des zentrale Nervensystem: Sprach- und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, Atemstörungen und Lähmungen
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FSME breitet sich weltweit aus
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Ehrlichiose:
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Die Ehrlichiose trat bis in die Neunziger Jahre meist bei Tieren auf, wird in den letzten Jahren immer öfter mit einer Infektion des Menschen durch einen Zeckenbiss in Verbindung gebracht. Gefährdete Gebiete sind: Norwegen, Schweden, Bulgarien, und teilw. Portugal. Nachgewiesen werden kann die Ehrlichiose durch eine Antikörperbestimmung, durch einen IFA-Test. Auch eine Gewebeprobe (PCR-Untersuchung) kann sinnvoll sein. Nach einer Infektion ist der Erreger ca. 3 Jahre nachweisbar. Die Inkubationszeit beträgt ca. 8 Tage. Erfolgt keine Therapie treten die Krankheitssymptome bis zu 11 Wochen auf.
Beschwerdemerkmale sind: Blutveränderungen, Anämie, Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Kopfschmerzen, Husten, Erbrechen ...
Es scheint sicher, dass durch eine Therapie eine völlige Ausheilung erreicht werden kann.
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Zeckenkrankheiten bei Tieren:
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Tiere können ebenso durch Zeckenbisse erkranken. Speziell Hunde und Katzen (aber auch Pferde) sind durch die "braune Hundezecke" und den "gemeinen Holzbock" gefährdet. Bis zum Ausbruch der Krankheit können 2-5 Monate vergehen. Besonders bevorzugt sind dünnhäutige Stellen wie Kopf, Hals, Schulter und Gelenkfalten.
Krankheitsbild: Fieber, Lahmheit, Rückenbeschwerden, neurologische Beschwerden, Gangstörungen ...
Ebenso gibt es Hinweise für FSME, Ehrlichiose (Weidefieber) und Babesien bei Tieren. Besonders in südlichen Länder besteht die Gefahr der Infektion. Geeignete Abwehrmittel: Zeckenbänder, Puder, Shampoo, Tropflösung, Sprays, Knoblauchzehen und -granulat.
Eine Borrelioseerkrankung sollte auch bei Tieren nicht verschleppt oder verkannt werden. Die Schädigung z.B. der Herzmuskulatur kann für das Tier tödlich sein. Spezielle Blutuntersuchungen (ELISA- oder IFAT-Test) können auch hier vorgenommen werden. Im Gegensatz zum Menschen ist eine Schutzimpfung bei Tieren möglich.
Tiere sollte nicht in der Wohnung nach Zecken untersucht werden! Auf den Boden gefallene Zecken können auch auf den Menschen übergehen!
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